Japan

S eit den 60er Jahren betreiben die Japaner Forschung und Entwicklung im Feld der Raumfahrt. Im Jahre 1975 gelang zum ersten male ein erfolgreicher Start einer Rakete, die eine Nutzlast von etwas mehr als 300 kg in eine nahe Erdumlaufbahn bringen konnte. Als Basis diente hierzu allerdings noch eine modifizierte “Thor-Delta” Rakete wie sie die NASA verwendete.

Später kamen eigene Entwicklungen hinzu und die heue eingesetzten Raketen können Nutzlasten bis zu 2 Tonnen Gesamtgewicht in den Orbit bringen. Japan verfügt heute über eigene Start-, Kommando- und Forschungsanlagen im ganzen Land. Auch in Japan wurde, wie überall, jedoch der Etat für die Raumfahrt stark gekürzt, so dass wichtige Projekte zurückgestellt wurden. Japan beteiligt sich ebenfalls mit einem eigenen Forschungsmodul an der internationalen Raumstation ISS.

Eines der wichtigsten gegenwärtigen Projekte ist die Entwicklung eines eigenen Raumgleiters, der zur permanenten Verbindung und Versorgung der ISS dienen soll und ähnlich der einstmals geplanten europäischen Raumfähre “Hermes” an der Spitze einer gewaltigen Trägerrakete gestartet werden soll. Ursprünglich war eine grosse, bemannte Fähre vorgesehen. Aufgrund der Etatkürzungen konzentriert man sich jetzt aber auf den Bau eines kleinen, unbemannten Gleiters, der wiederverwendbar sein wird und selbständig auf einer Landebahn landen können soll. Der Jungfernflug des Prototyps ist bis 2010 vorgesehen.


China

Man kann, etwas salopp ausgedrückt, sagen, dass die chinesische Raumfahrt bislang hauptsächlich dadurch geprägt war, das man die “Backen aufblies” ohne aber so recht Wind machen zu können. Trotz immenser Anstrengungen kam man in der lange angekündigten bemannten Raumfahrt kaum über die Enwicklung eigener Raumanzüge hinaus. Auch eine offenbar der russischen “Sojus” nachgebaute Raumkapsel wurde bislang lediglich “auf dem Trockendock” getestet. Immerhin ist auch China aber bereits seit den 60er Jahren aktiv und verfügt heute über recht gute eigene Raketen, welche bereits erfolgreich Nutzlasten bis zu 5 Tonnen Gewicht in eine Erdumlaufbahn bringen können.  Dabei benutzen die Chinesen eine Art “Baukastenprinzip”. An die Basis-Rakete “Langer Marsch” werden je nach benötigter Nutzlast 2 bis 4 Booster Raketen angebaut, um für den notwendigen Schub zu sorgen. Fernziel ist die Entwicklung eines eigenen wiederverwendbaren Shuttles, der bislang aber nur auf dem Reis(s)brett existiert. Auch eine eigene Raumstation zählt zu den gegenwärtigen Plänen der Raumfahrt-Funktionäre.

Lange versuchte man als Kooperationspartner bei den Sowjets einzusteigen, um dort dringend benötigtes Know How der “Sojus” und “Buran” Raumschiffe zu sammeln, was jedoch von den Russen nie ernsthaft gefördert wurde. Das Angebot von US Präsident Reagan einen chinesischen Astronauten mit einem NASA Shuttle mit ins All zu nehmen wurde von den chinesischen Weltraumbehörden abgelehnt. Hartnäckigen und auch inoffiziell bestätigten Gerüchten zufolge hatten die Chinesen in den 80er Jahren ihren ersten Kosmonauten bei dem Versuch eines ersten bemannten Raumfluges verloren, weil die Trägerrakete - wieder einmal - fehlgestartet oder explodiert war. Dies kam damals bei den chinesischen Trägerraketen bei Test- oder auch Satellitenstarts sehr häufig vor. Dies alles unterlag jedoch allerstrengster Geheimhaltung, in einem Masse wie sie selbst den damaligen sowjetischen Machthabern in Bezug auf die Raumfahrt fremd war.

Dennoch macht China derzeit einige Fortschritte und es sollte nicht allzu sehr verwundern wenn es der chinesischen Raumfahrtagentur in absehbarer Zeit doch noch gelingt eine eigene bemannte Mission zu starten. Immerhin verfügt China seit der weitgehenden wirtschaftlichen Öffnung und Reform heute über starke ökonomische und technolgische Resourcen sowie gut ausgebildete Ingenieure, die es durchaus zu einer solchen Anstrengung befähigen könnten. An der internationalen Raumstation ISS ist China aber bislang nicht beteiligt.


Indien

Nicht jeder weis und vermutet, dass gerade Indien zu den Raumfahrtnationen gezählt werden kann. Schon früh waren indische Kosmonauten zu Gast auf sowjetischen Raumschiffen. Seit den 70er Jahren schon baut Indien eigene Satelliten, die dann meist von den Russen ins All gebracht wurden. 

1992 startete Indien dann erfolgreich seine erste eigene Trägerrakete. Sie ist jedoch lediglich in der Lage gewesen eine Nutzlast von höchstens 150 kg ins All zu bringen. Heutige indische Raketen können bis zu 1 Tonne in den Orbit befördern, eine neue Rakete mit bis zu 2,5 Tonnen Nutzlast ist in der Entwicklung. Diese könnte sich bei Erfolg zu einer ernsthaften “Billigkonkurrenz” für die etablierten Anbieter von Satelittenstarts entwickeln.


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