1957-1969 1970-1979

Mercury 6 (Friendship 7)

20. Februar 1962

  • Start: 20.02.1962
  • Landung: 20.02.1962
  • Dauer: 00:04:55 Tage
  • Besatzung: John Glenn

Mit Mercury 6 brachten die Amerikaner endlich ihren ersten offiziellen Mann ins All. John Glenn war ein Name den man sich merken sollte, denn 37 Jahre später sollte er nicht nur Geschichte als der erste Amerikaner im All machen, sondern mit einer Space Shuttle Mission im Jahre 1999 auch als “Weltraum-Opa” der älteste Mensch sein, der bis dahin je im Weltraum gewesen ist. Mit Mercury 6 war auch die Feuertaufe der neuen Atlas D Trägerrakete gelungen welche eine Nutzlast von etwa 1,3 Tonnen in eine Erdumlaufbahn befördern konnte. Mercury 6 bot nur Platz für einen Astronauten. Während der Mission wurde in der Hauptsache die medizinische Verfassung Glenns während dem Flug und der Schwerelosigkeit beobachtet und aufgezeichnet.

 

Mercury 7 (Aurora 7)

24. Mai 1962

  • Start: 24.05.1962
  • Landung: 24.05.1962
  • Dauer: 00:04:56 Tage
  • Besatzung: Scott M. Carpenter

 

Diese Mission mit Carpenter als zweitem Amerikaner im Weltraum an Bord verlief fast genauso wie der Flug von Mercury 6 zuvor. Es ging in der Hauptsache um Tests am System sowie um die Sammlung medizinischer Daten zur Auswertung für die Vorbereitung späterer Flüge. Die Flugdauer war bis auf eine Minute Unterschied genau gleich mit dem Flug von Mercury 6. Übrigens war Carpenter der erste Mensch, der im Weltraum Nahrung zu sich genommen hat. Ob´s geschmeckt hat, weis ich allerdings nicht.

 

 

Wostock 3

11. August 1962

  • Start: 11.08.1962
  • Landung: 15.08.1962
  • Dauer: 03:22:22 Tage
  • Besatzung: Andrijan Nikolajew

Mit fast 4 Tagen Flugdauer war dies die bis dahin längste Mission eines Menschen im All und somit wieder einmal ein neuer Erfolg für die Russen. Ausser Tests zur Steuerung des Schiffes im All - Wostock 3 war keine bewegungsunfähige Kapsel mehr - brachten die Russen wenig später mit Wostock 4, ebenfalls zum ersten mal, 2 Raumschiffe gleichzeitig in den Orbit und testeten dabei auch gleich die Funktion des Funkverkehrs zwischen den beiden Schiffen und der Bodenstation.

 

 

Wostock 4

12. August 1962

  • Start: 12.08.1962
  • Landung: 15.08.1962
  • Dauer: 02:22:57 Tage
  • Besatzung: Pawel Popowitsch

Nur einen Tag nach dem Start von Wostock 3 machte sich das Schwesterschiff Wostock 4 ebenfalls von Baikonur aus auf den Weg ins All. Neben der oben erwähnten Erprobung des Funkverkehrs im All wurden die beiden Kapseln mit Popowitsch und Nikolajew "am Steuer" auch auf einen am engsten Punkt nur knapp über 6.500 m entfernten Parallelflug gebracht. Dies war eine beachtliche Leistung der beiden Kosmonauten, der Ingenieure auf der Erde und der Bodenstation, denn noch niemals zuvor war ein solches Experiment unternommen worden. Man muss sich vorstellen, das sich die Kapseln in den Weiten des orbitalen Weltraums finden und auf gleichen Kurs und Geschwindigkeit bringen mussten. Dies alles mit einer aus heutiger Sicht recht primitiven Steuerung die am Boden erdacht und konstruiert war und hier erst zum ersten mal im All getestet werden konnte.

 

Mercury 8 (Sigma 7)

03. Oktober 1962

  • Start: 03.10.1962
  • Landung: 03.10.1962
  • Dauer: 00:09:13 Tage
  • Besatzung: Walter Schirra

Die dritte Mercury Mission diente vor allem der Untersuchung der Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Organismus. Die Dauer des Fluges war mit über 9 Stunden etwa doppelt so hoch wie die der beiden vorangegangenen Mercury Missionen.

 

 

 

Mercury 9 (Faith 7)

15. Mai 1963

  • Start: 15.05.1963
  • Landung: 16.05.1963
  • Dauer: 01:10:20 Tage
  • Besatzung: Gordon Cooper

 

Dies war die letzte Mercury Mission und gleichzeitig auch die längste. Gleich um ein vielfaches wurde der Flug auf über einen Tag und 10 Stunden angesetzt und bedeutete für Cooper in seiner engen Kapsel eine grosse Belastung, die auch gewollt war, denn auch dieser Flug diente in der Hauptsache dem Test menschlicher Belastungsfähigkeit im Weltraum und der Aufzeichnung und Beobachtung des “weltraum-medizinischen” Einflusses auf den menschlichen Organismus.

 

 

Wostock 5

14. Juni 1963

  • Start: 14.06.1963
  • Landung: 19.06.1963
  • Dauer: 04:23:06 Tage
  • Besatzung: Waleri Bykowski

Waren die Amerikaner stolz darauf über einen Tag im All verbracht zu haben, setzten die Sowjets gleich nach. Nur eine Stunde fehlte und Wostock 5 wäre ganze 5 Tage im Weltraum geblieben. Ausserdem wiederholten die Kosmonauten mit Wostock 5 und der kurz danach gestarteten Wostock 6 das Kunststück welches kurz davor schon einmal Wostock 3 und 4 gelungen war, nämlich den Formationsflug nebeneinander, und das ganze 3 Tage lang. Auf dem Programm standen ausserdem weitere technische und medizinische Tests und Beobachtungen, aber auch erstmals gezielte astronomische Beobachtungen und einige kleine physikalische Experimente in der Schwerelosigkeit.

 

Wostock 6

16. Juni 1963

  • Start: 16.06.1963
  • Landung: 19.06.1963
  • Dauer: 02:22:50 Tage
  • Besatzung: Valentina Tereschkowa

Wo Wostock 5 war, da war Wostock 6 nicht weit, denn schon 2 Tage später startete das Schwesterschiff zum Rendezvous mit der Kapsel von Waleri Bykowski. Und mit ihr steckten die Russen gleich einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Raumfahrt, einer Erfolgsserie, welche die Amerikaner, wie wir heute wissen sehr knapp, erst mit der erfolgreichen Mondlandung 1969 wirklich beenden konnten. An Bord von Wostock 5 war die Kosmonautin Valentina Tereschkowa, und sie war die erste Frau im All. Bis auf 5.000 Meter näherten sich die beiden Raumschiffe einander und es sollte gleichzeitig der letzte Flug von Raumkapseln werden, welche über keinen wirklich geeigneten eigenen Antrieb zur Steuerung ihrer Bahn verfügten, da die Wostock-Kapseln nur behelfsmässig mehr ein bisschen “bahnkorrigiert” denn wirklich gesteuert werden konnten.

 

 

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